Sonntag, 26. März 2017

Eine Eheaffäre im 9. Jahrhundert – Engeltrude und Boso

Es ist egal, ob man den Fall Lothars II. betrachtet, der sich zugunsten seiner Konkubine Waldrada um die Scheidung von seiner Ehefrau Theurberga bemühte, oder die Angelegenheiten von Ludwig dem Stammler, der seine Ehefrau verstieß, um in zweiter Ehe Adelheid zu heiraten, und Judith von Flandern, die ohne Einverständnis ihres Vaters, Karl dem Kahlen, Balduin von Flandern heiratete, es lassen sich zahlreiche solcher Angelegenheiten im 9. Jahrhundert verzeichnen. Besonders der Fall Judiths zeigt, dass es im Frühmittelalter auch Frauen gab, die für ein selbstbestimmtes Leben innerhalb der patriarchalischen Gesellschafts- und Familienstrukturen kämpften. Im Mittelpunkt unseres heutigen kurz!-Artikels steht ein weiterer Fall, der zu den „berühmten Eheaffären des 9. Jahrhunderts“ gezählt werden kann und in dem es auch eine Frau war, die über Jahrzehnte alles dafür tat, ihr Leben nach eigenem Willen zu gestalten. 

Sonntag, 12. März 2017

Zwischen Leben und Sterben – die Kolonie Jamestown

Im Jahr 1607 wurde im heutigen US-Bundestaat Virginia die erste dauerhafte englische Kolonie Jamestown gegründet. In der Frühphase wurde das Leben in der Siedlung aber vor allem durch Misserfolge, Konflikte, Hunger, Krankheiten und Tod geprägt. Der vollkommene Niedergang von Jamestown schien nur eine Frage der Zeit zu sein. In diesem Artikel sollen sowohl die Gründung und Entwicklung der Kolonie als auch die Probleme, mit denen die ersten Siedler konfrontiert waren, beschrieben werden. Dabei wird es auch um einen 2013 gemachten Fund menschlicher Knochen auf dem damaligen Gebiet gehen, der die Annahme zulässt, dass es vor allem im sogenannten Hungerwinter von 1609/10 unter den Bewohnern zu Kannibalismus gekommen sein könnte.

Sonntag, 26. Februar 2017

Das verschwundene Reich Strathclyde

Die Geschichte hat immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass nichts für die Ewigkeit geschaffen ist. So sind im Laufe der Jahrhunderte auch Kaiser- und Königreiche sowie Reiche und Staaten mit anderen Herrschaftsformen zerfallen. Das Römische Reich, Byzanz, das Mittelmeerreich Aragón, das Königreich Galizien, die UdSSR oder Jugoslawien sind nur einige Beispiele aus verschiedenen Epochen. In einer Reihe mit diesen doch sehr bekannten Beispielen steht auch das weniger bekannte Königreich Alt-Clud, später auch Strathclyde genannt. Dieser kurz!-Artikel widmet sich ausführlich Strathclyde, betrachtet die Geschichte dieses verschwundenen Königreiches und geht der Frage nach, wann und warum es schließlich von der Landkarte verschwunden ist.

Dumbarton Rock und Dumbarton Castle / Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/9/93/Dumbarton_Castle_-_geograph.org.uk_-_501609.jpg

Sonntag, 12. Februar 2017

Die Ehefrauen Heinrichs VIII., Teil VI: Catherine Parr


Portrait von Hans Holbein the Younger, 1542,
 https://commons.wikimedia.org/wiki/Henry_VIII_of_England?uselang=de#/media/File:Hans_Holbein_d._J._048.jpg

Dieses Bild zeigt den schon fast legendären englischen König Heinrich VIII. (1491-1547) im Jahr 1542. Bekannt wurde er unter anderem dafür, dass er die Reformation in England entscheidend vorantrieb, aber auch für seine insgesamt sechs Ehen, von denen zwei mit der Enthauptung seiner Gattinnen endeten. Während meistens Heinrich selbst im Fokus der Aufmerksamkeit steht, werden wir uns in unserer kurz!-Reihe mit seinen Ehefrauen beschäftigen. Im letzten Teil der Reihe soll es nun also um seine sechste und letzte Ehefrau Catherine Parr (1512-1548) gehen. 

Sonntag, 29. Januar 2017

Die Kinderwallfahrten zum Mont-Saint-Michel

Wallfahrten hatten für das mittelalterliche Frömmigkeitsbewusstsein, das direkt mit der Verehrung von Reliquien und heiligen Stätten verbunden war, eine besondere Bedeutung. Vor allem im 15. Jahrhundert erfreuten sie sich großer Beliebtheit und wenngleich das Wallfahren in fernere Gebiete mit größerem Aufwand verbunden war, unternahmen immer mehr Menschen zumindest eine der peregrinationes maiores nach Jerusalem, Rom oder Santiago de Compostela. Dass sich aber Kinder im 15. Jahrhundert auf den Weg nach Frankreich machten, um zum Mont-Saint-Michel bzw. der dortigen gleichnamigen Abtei – eine der wichtigsten heiligen Stätten zu Ehren des Erzengels Michael – in der Normandie zu pilgern, erfuhr schon unter Zeitgenossen viel Beachtung und Verwunderung. Zwar sind erste Wallfahrten zum Mont-Saint-Michel schon seit dem 8. Jahrhundert überliefert und spätestens ab dem 11. Jahrhundert zogen Menschen aus ganz Europa dorthin. Dass von 1456/7-1459 allerdings Kinder nach Frankreich zogen, um den Erzengel zu verehren, war selbst für zeitgenössische Gelehrte ein Rätsel. In diesem kurz!-Artikel sollen diese spätmittelalterlichen Kinderwallfahrten zum Mont-Saint-Michel im Vordergrund stehen. Zunächst sollen die Besonderheiten dieser peregrinationes puerorum dargestellt werden, um danach zu versuchen, mögliche Beweggründe und Ursachen zu klären.

Buchmalerei mit der Darstellung des Mont-Saint-Michel bei Ebbe aus den Trés Riches Heures des Duc de Berry (um 1415). Über der Bergspitze kämpft der Erzengel Michael gegen einen Drachen.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Mont-Saint-Michel#/media/File:Folio_195r_-_The_Mass_of_Saint_Michael.jpg)

Sonntag, 15. Januar 2017

Berliner Hostienschänderprozess

Am 6. Juli 1510 wurden in Berlin 38 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man sie wegen Hostienfrevels und Kindsmords zum Tode verurteilt hatte. Darüber hinaus zog die Verurteilung die Vertreibung aller Juden aus der Mark Brandenburg, einem Territorium im Heiligen Römischen Reich, nach sich. Dieses Ereignis wurde als Berliner Hostienschänderprozess bekannt und soll in diesem Artikel zusammen mit seinen Folgen näher beleuchtet werden.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die 15 legendären Geschlechter der Stadt Köln

Von der Aducht, Bircklin, Grin, Gyr, Hardevust, Hirtzelin, vom Horn, Jude, Kleingedank, Lyskirchen, Overstolz, Quattermart, Scherffgin und vom Spiegel. Jeder, der sich schon einmal mit der Stadtgeschichte Kölns beschäftigt hat, wird früher oder später nicht nur auf diese Namen gestoßen sein, sondern auch auf die Legende, die die 15 sagenhaften Geschlechter Kölns umgibt. Schon die beiden im späten 15. Jahrhundert entstandenen Stadtchroniken Kölns, die Agrippina (1469-1472) Heinrichs van Beeck und die Cronica von der hilliger stat van Coellen (1499), berücksichtigen diese Legende und erwähnen 15 legendäre Kölner Geschlechter, die eng mit der Geschichte der Stadt Köln verbunden gewesen sein sollen. Doch wer genau waren diese Geschlechter und was genau macht sie so legendär? Diese Fragen versucht unser neuer kurz!-Artikel zu beantworten.