Sonntag, 14. Januar 2018

Der Seeweg nach Indien: Teil III - Das langersehnte Ziel

In den ersten beiden Teilen unserer kurz!-Reihe über die Suche der Portugiesen nach einem Seeweg nach Indien auf der östlichen Route hatten wir uns mit der Reise Vasco da Gamas (1469-1524) beschäftigt. Dieser war im Auftrag des portugiesischen Königs Manuel I. (1469-1521) mit einer Flottille im Juli 1497 in See gestochen, hatte in einem spektakulären Manöver und unter einigen Verlusten das Kap der Guten Hoffnung umrundet und die Straße von Moçambique, die zwischen der Afrikanischen Küste und Madagaskar hindurchführt, durchquert. Schließlich waren die Abenteurer am 2. März 1498 in eine Bucht an der Westküste Afrikas eingefahren, wo eine der Karavellen auf eine Sandbank auflief. In unserem heutigen, abschließenden Artikel der Reihe soll es um das letzte Stück der Reise gehen, dass schließlich zum Erreichen Indiens führte. 

Die schwarze Linie markiert die Route, die da Gama und seine Expedition nahmen. In unserem heutigen Artikel geht um die Teilstrecke bis zum Erreichen Moçambiques. https://de.wikipedia.org/wiki/Vasco_da_Gama#/media/File:Caminho_maritimo_para_a_India.png.


Sonntag, 7. Januar 2018

Die Weihnachtsfeier von Greccio 1223

Vor genau 14 Tagen wurde an Heiligabend der Geburt Jesu gedacht und in den Heiligen Messen, die zu diesem Anlass in den Kirchen gefeiert wurden, ist vor allem das Krippenspiel heute ein fester Bestandteil. In szenischen Darstellungen wird dabei meist von Kindern die Weihnachtsgeschichte nachgespielt oder besungen. Diese Krippenspiele sind jedoch keine Erfindung der Neuzeit, sondern schon für das frühe Mittelalter belegt. Bereits im 10./11. Jahrhundert gab es diese Darstellungen des Weihnachtsgeschehens um Maria, Josef und das Jesuskind mit lebenden Personen, die dabei nicht nur auf die Kirche beschränkt waren, sondern auch vermehrt in die Familien gelangten. Ein besonderes Krippenspiel ereignete sich im Jahr 1223 in der kleinen, 90 Kilometer nördlich von Rom gelegenen Gemeinde Greccio: Franz von Assisi, der 1181/2 in der umbrochen Stadt Assisi geboren wurde und sich um 1204/5 als Ritter von seinem weltlichen Herrn lossagte, um sich, nachdem ihm Gott im Traum erschienen sein soll, in den Dienst Gottes zu stellen, ließ dort das Weihnachtsevangelium in Form einer lebenden Krippe darstellen. Dieses Krippenspiel soll im Mittelpunkt dieses neuen kurz!-Artikels stehen.

Fresko des Heiligen Franziskus im Sacro Speco in Subiaco. Das Fresko ist das älteste, vermutlich noch zu seinen Lebzeiten entstandene Bild des Heiligen.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_von_Assisi#/media/File:StFrancis_part.jpg)

Sonntag, 17. Dezember 2017

Das Kochelsee-Wunder

Inmitten des Spanischen Erbfolgekrieges, der von 1701 bis 1714 unter Beteiligung zahlreicher Mächte um das Erbe des letzten spanischen Königs aus dem Haus Habsburg Karl II. (1661-1700) tobte, trug sich im Januar 1704 ein wundersames Ereignis zu, dass das ehemalige, unweit des Kochelsees in Bayern gelegene Benediktinerkloster Benediktbeuern vermutlich vor der Zerstörung im Zuge der Kriegsgeschehnisse bewahrte. In unserem vorletzten Artikel in diesem Jahr beschäftigen wir uns mit dem sogenannten Kochelsee- oder Anastasiawunder und klären, was es damit auf sich hat und welche Folgen dieses besondere Geschehen nach sich zog.

Blick vom Herzogstand auf den Kochelsee Richtung Alpenvorland
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/Kochelsee_und_Kochel_am_See_1.jpg

Sonntag, 3. Dezember 2017

Das Treffen von Papst Stephan II. und König Pippin in Ponthion

Der schnelle Aufstieg des Karolingers Pippin (714-768) verlief äußerst beeindruckend: Als Sohn Karl Martells erbte er zunächst im Jahr 741 das Amt des Hausmeiers von Neustrien, Burgund und der Provence und übernahm 747 nach dem Tod seines Bruders Karlmann zudem dessen Amt des Hausmeiers von Austrien, Alemannien und Thüringen. In der Merowingerzeit zählten primär verwaltende Tätigkeiten zu den Aufgaben der Hausmeier.  So hatten sie zunächst lediglich die leitende Aufsicht über die Unfreien des königlichen Hofes inne. Aufgrund der zahlreichen Reichs- und Herrschaftsteilungen erfuhr dieses Amt aber eine deutliche Aufwertung. Der Hausmeier stellte Urkunden im Namen des Königs aus und ernannte eigenständig Beamte. Pippin konnte als Hausmeier seine Stellung im Frankenreich stetig ausbauen, sodass die Macht im Reich letztlich bei den Hausmeiern lag – der König war nur noch dem Titel nach höhergestellt. Schließlich sollte es Pippin sogar schaffen, dass der letzte Merowingerkönig Childerich III. mehr oder weniger freiwillig selbst abdankte und den Weg somit für ihn, König Pippin, freimachte. In diesem kurz!-Artikel betrachten wir eine zentrale Episode des Königtums Pippins: Die Begegnung mit Papst Stephan II. (Papst von 752 bis 757) in Ponthion. Die Beantwortung der Fragen nach dem Stellenwert dieses Treffens und gleichzeitig nach der Repräsentativität hinsichtlich der Ritualisierung der Macht im Mittelalter, sollen im Mittelpunkt stehen.

Statue Pippins auf der ALten Mainbrücke in Würzburg / Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/57/Pippin_w%C3%BCrzburg_1.jpg

Sonntag, 19. November 2017

Der Seeweg nach Indien: Teil II - Vasco da Gamas Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung


Im ersten Teil unserer kurz!-Reihe über die portugiesischen Entdeckungsfahrten entlang der afrikanischen Küste auf der Suche nach einem Seeweg nach Indien hatten wir uns vor allem mit den beiden Seefahrern Diogo Cão (gest. um 1486) und Bartolomeu Dias (1450-1500) befasst. Ersterer hatte 1484 geglaubt, die Südspitze Afrikas erreicht zu haben, nur um dann feststellen zu müssen, dass er lediglich auf eine große Bucht gestoßen war, während Letzterem 1488 tatsächlich die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung gelang, bevor er aufgrund von Versorgungsengpässen die Heimreise hatte antreten müssen. Bald darauf hatte sich allerdings auch ein Abenteurer namens Christoph Kolumbus (um 1451-1506) unter Schirmherrschaft Spaniens aufgemacht, um auf der Westroute nach Indien zu segeln. Er war 1493 in dem Glauben zurückgekehrt, sein Ziel erreicht zu haben, ohne zu wissen, dass es sich bei dem Land, auf das er gestoßen war, um einen völlig neuen Kontinent handelte.

Sonntag, 5. November 2017

Der Seeweg nach Indien: Teil I - Erste portugiesische Entdeckungsfahrten, Christoph Kolumbus’ Scheitern vor dem portugiesischen König und die Umschiffung des Kaps der Guten Hoffnung

Im Jahre 1415 hatten portugiesische Truppen unter König Johann I. (1357-1433) die prunkvolle, muslimische Hafenstadt Ceuta geplündert und deren Bevölkerung in religiösem Eifer massakriert. Dabei hatten sie jedoch auch einen ersten Blick auf die Reichtümer Afrikas erhascht, von denen das Land bislang durch eine Barriere aus den muslimischen Reichen Nordafrikas ferngehalten worden war. Bis dato war das ärmliche Königreich Portugal, das an der Peripherie des europäischen Kontinents lag, vom florierenden Handel des Mittelmeeres weitgehend ausgeschlossen. Luxusgüter aus aller Welt gelangten über muslimische Handelsstädte fernab des Reiches nach Europa. Jenseits von Portugal lag nach damaligem Wissensstand nur der weite Ozean. Sollte es gelingen, einen Seeweg nach Indien zu entdecken, so würde dies einen Zugang zur reichen Handelswelt des Subkontinents bedeuten. Dies wurde zu einer der Hauptmotivationen für die portugiesischen Entdeckungsfahrten.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Nicolas Ferry – Zwerg am Hof des polnischen Königs

In der Frühen Neuzeit gab es an einigen europäischen Höfen das offizielle Amt des Hofzwerges, das kleinwüchsige Menschen – Männer und Frauen – innehaben konnten. Herrscher schmückten sich häufig mit ihnen, da diesen auf der einen Seite besondere Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Auch galten sie als Glücksbringer, weshalb Adelige sie gerne in ihrer Nähe wussten. Auf der anderen Seite umgab Kleinwüchsige aber vor allem der Reiz des Skurrilen und Exotischen, weshalb sie an den Höfen wie Sammelobjekte und Besitztümer der Herrschenden behandelt wurden. Es galt als ein Zeichen von Reichtum und Macht, wenn Regierende ungewöhnlich gestaltete Menschen zu ihrem Hofstaat zählen konnten. In diesem kurz!-Artikel soll darum mit Nicolas Ferry (1741-1764), dem Hofzwerg des polnischen Königs Stanislaus I. Leszczyński (1677-1766), eines der bekanntesten Beispiele  vorgestellt werden.

Gemälde von Nicolas Ferry mit einem Bild des polnischen Königs, unbekannter Maler, 18. Jahrhundert
https://en.wikipedia.org/wiki/Nicolas_Ferry#/media/File:Nicolas_Ferry_-_NEAPOLITAN_SCHOOL.jpg