Sonntag, 15. Januar 2017

Berliner Hostienschänderprozess

Am 6. Juli 1510 wurden in Berlin 38 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem man sie wegen Hostienfrevels und Kindsmords zum Tode verurteilt hatte. Darüber hinaus zog die Verurteilung die Vertreibung aller Juden aus der Mark Brandenburg, einem Territorium im Heiligen Römischen Reich, nach sich. Dieses Ereignis wurde als Berliner Hostienschänderprozess bekannt und soll in diesem Artikel zusammen mit seinen Folgen näher beleuchtet werden.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Die 15 legendären Geschlechter der Stadt Köln

Von der Aducht, Bircklin, Grin, Gyr, Hardevust, Hirtzelin, vom Horn, Jude, Kleingedank, Lyskirchen, Overstolz, Quattermart, Scherffgin und vom Spiegel. Jeder, der sich schon einmal mit der Stadtgeschichte Kölns beschäftigt hat, wird früher oder später nicht nur auf diese Namen gestoßen sein, sondern auch auf die Legende, die die 15 sagenhaften Geschlechter Kölns umgibt. Schon die beiden im späten 15. Jahrhundert entstandenen Stadtchroniken Kölns, die Agrippina (1469-1472) Heinrichs van Beeck und die Cronica von der hilliger stat van Coellen (1499), berücksichtigen diese Legende und erwähnen 15 legendäre Kölner Geschlechter, die eng mit der Geschichte der Stadt Köln verbunden gewesen sein sollen. Doch wer genau waren diese Geschlechter und was genau macht sie so legendär? Diese Fragen versucht unser neuer kurz!-Artikel zu beantworten.

Sonntag, 27. November 2016

Friedrich I. und die Päpste: Teil IV – Letzte Provokationen und Doppelwahl

Im letzten Teil unserer kurz!-Reihe ging es um die Streitigkeiten zwischen Papst Hadrian IV. und Kaiser Friedrich I. Barbarossa rund um den Hoftag von Besanç​​on (1157). Diese hatten zu einer weiteren Verhärtung der Fronten zwischen den beiden Mächten, aber auch innerhalb des Kardinalskollegiums geführt. Als der Kaiser sich im Jahre 1158 erneut nach Italien aufmachte, um zu versuchen, die lombardischen Städte endlich unter Kontrolle zu bringen, war die Stimmung bereits äußerst angespannt. Wie es zum endgültigen Bruch zwischen Papst und Kaiser kam, und wie dieser schließlich zu einer Doppelwahl führte, auf die eine fast 20 Jahre andauernde Kirchenspaltung folgen sollte, lest ihr im letzten Teil dieser kurz!-Reihe.

Sonntag, 13. November 2016

Der Illuminatenorden

Das 18. Jahrhundert war nicht nur das Jahrhundert der Aufklärung, sondern auch das Jahrhundert der Geheimbünde. Der Illuminatenordnen, um den es heute bei uns gehen soll, steht dabei besonders in Verbindung mit zahlreichen Gerüchten und Legenden. Diese haben ihren Ursprung vor allem in der Thematisierung des Ordens in Literatur und Film, beispielsweise im Roman Das Foucaultsche Pendel von Umberto Eco (1988) oder in Dan Browns Illuminati (2003), der 2009 überaus erfolgreich verfilmt wurde. Unser neuer Artikel möchte sich jedoch weniger mit den Verschwörungstheorien, die den Orden umranken, beschäftigen, sondern vielmehr die Geschichte und Ziele der Geheimgesellschaft vorstellen. 

Sonntag, 23. Oktober 2016

Die 'Alchymey teuczsch' – Zwischen Goldvermehrung, Allheilmitteln und Geheimschrift

Auch heute noch werden immer wieder Geheimschriften oder codierte Nachrichten benutzt, um bestimmte Informationen oder Wissen nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich zu machen. Dieser Einsatz von verschlüsselten Texten ist jedoch kein Vorgehen, das erst in der Neuzeit entstanden ist, sondern bereits im Mittelalter wurden Chiffren zu diesem Zweck eingesetzt. In diesem Artikel steht eine mittelalterliche Handschrift mit medizinischen, chemischen, aber vor allem alchemistischen Inhalten im Vordergrund, die sich vor allem wegen der Benutzung von Geheimzeichen durch die Verfasser auszeichnet. Damit sollte verhindert werden, dass das erarbeitete alchemistische Fachwissen in die falschen Hände gerät. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte und die Inhalte der Alchemie, soll im zweiten Teil des Artikels die Handschrift im Vordergrund stehen.

Sonntag, 25. September 2016

Wege in die Freiheit – Sklaverei im Mittelmeerraum Teil 2

Im ersten Teil unserer kurz!-Reihe „Wege in die Freiheit – Sklaverei im Mittelmeerraum“ haben wir uns mit dem Sklaven Sayt Sanagi befasst. Als Sklave des Sklavenhalters und Medizinmeisters Arnaldus Iarmani war Sayt, wie die meisten anderen Sklaven im Mittelmeerraum auch, in seinen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. So durfte er beispielsweise die Stadt Barcelona nicht verlassen, sich nicht prügeln oder betrinken und keinerlei Glücksspiele spielen. Ein Sklavenhalter sah das Verhalten seiner Sklaven immer als Abbild und Ergebnis seines eigenen gesellschaftlichen Ranges. Und dennoch: Sklaven hatten auch fast immer die Möglichkeit, sich freizukaufen oder freigekauft zu werden. Dies zeigt die in Teil 1 genannte Quelle besonders deutlich: Im Vertrag zwischen Arnaldus Iarmani und seinem Sklaven Sayt Sanagi wurden die Konditionen für die Freilassung mittels Loskauf festgehalten; ebenso wurden die möglichen Sanktionen bei Missachtung einzelner Bedingungen niedergeschrieben. Gleichzeitig benannte Sayt Bürgen, sogenannte fideiussores, die im Vertrag aufgelistet wurden und ihn letztlich auch unterschreiben mussten. Diese fideiussores, in diesem Fall allesamt ehemalige Sklaven, mussten im Falle einer Flucht Sayts für diesen einstehen und galten somit als Absicherung des Sklavenhalters. Zudem beweisen diese Bürgschaften eine Form von Solidarität unter Sklaven und ehemaligen Sklaven.

Sklavenmarkt in Jemen, 13. Jahrhundert (Sklavenmärkte im Mittelmeerraum glichen diesem Beispiel)  / Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/51/Slaves_Zadib_Yemen_13th_century_BNF_Paris.jpg

Sonntag, 18. September 2016

Ambroise Paré – Wegbereiter der modernen Chirurgie

In der Geschichte waren es häufig Zufälle oder unübliche Vorgehensweisen in Krisen- und Notsituationen, die Entdeckungen und Fortschritte im Bereich der Medizin nach sich zogen. In unserem heutigen Artikel soll es um den französischen Chirurgen Ambroise Paré (um 1510-1590) gehen, der – auf den Schlachtfeldern seiner Zeit tätig – zahlreiche medizinische Methoden revolutionierte, neue chirurgische Instrumente erfand und durch sein Können und seine Einfälle schließlich zum Hofchirurgen mehrerer Könige aufstieg.

Ambroise Paré, Porträt aus Deux livres de chirurgie (1573)
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c7/Ambroise_Par%C3%A9_1573.jpg